Diese Künstlerin zeigt uns, wie historische Figuren im Jahr 2021 aussehen würden, und die Ergebnisse wirken schockierend echt - stories hollywood tale

Diese Künstlerin zeigt uns, wie historische Figuren im Jahr 2021 aussehen würden, und die Ergebnisse wirken schockierend echt


Becca Saladin ist eine Grafikdesignerin und Geschichtsliebhaberin, die den längst viral gegangenen Instagram-Account “Royalty Now” betreibt . Der Account, der Beccas Herzensprojekt ist, zeigt wie historische Persönlichkeiten wie Abraham Lincoln oder Julius Caesar aussehen würden, wenn sie heute leben würden. Die 29-Jährige Grafikerin sorgte damit in der Vergangenheit für viel Aufsehen.

Saladin erzählte in einem Interview, dass sie zu diesem Projekt inspiriert wurde, weil die Porträts ihrer Lieblingsfiguren aus der Geschichte immer flach und unnatürlich wirken, und eben ganz und gar nicht wie wirkliche Menschen, mit denen man sich identifizieren kann. Begleiten wir Becca heute also auf ihrem Trip durch die Vergangenheit und schauen uns an, ob die “Stars der Vergangenheit” mit den Sternchen unserer Zeit mithalten können.

Den Anfang macht Anne Boleyn

Saladin verwandelte zunächst ihre historische Lieblingsfigur Anne Boleyn, die oben auf dem Bild zu sehen ist, in eine Person des 21. Jahrhunderts. Anne Boleyn war die zweite Frau von Englands König Heinrich VIII. Zeitgenössische Erzählungen von Anne beschreiben sie als temperamentvoll, witzig und unglaublich charmant.

Die Porträts, die wir allerdings von ihr haben, werden diesen lebendigen Beschreibungen laut Saladin nicht gerecht. Also habe sie eines Tages Photoshop angeworfen, um zu sehen, wie Anne mit modernen Haaren und Make-up aussehen würde. Die Arbeit an dem Porträt habe ihr so viel Spaß gemacht, dass sie den Instagram-Account “Royalty Now” ins Leben gerufen hat und seitdem regelmäßig Portraits von historischen Personen veröffentlicht.

So authentisch wie möglich

Saladin tut ihr Bestes, um sich bei ihren Fotomanipulationen an zeitgenössischen Porträts der historischen Figuren zu orientieren, damit sie so nahe wie möglich an das tatsächliche Aussehen der Berühmtheiten kommen. Oft ist es ihr allerdings nicht möglich, ein hochauflösendes Foto oder generell ein Foto eines potenziellen Motivs zu finden, schlicht und ergreifend deshalb, weil es von Menschen aus längst vergangenen Epochen eben keine Fotos gibt.

Saladin weiß sich aber auch in solchen Situationen zu helfen. Für die Verwandlung von Dschingis Khan, den großen Begründer des Mongolischen Reichs, gab es keine zeitgenössische Darstellung, an die Becca sich hätte orientieren können, weil sich der Großkhan zu Lebzeiten nicht hat abbilden lassen. Becca verwendete also ein Porträt von ihm, dessen Anfertigung von jemandem überwacht wurde, der genau wusste, wie er aussah – nämlich seinem Enkel Khubilai Khan. Das Ergebnis der Verwandlung sehen wir übrigens oben im Bild.

Viel Recherche

Saladin recherchiert in der Regel sehr viel, ehe sie mit der Rekonstruktion und Neuinterpretation beginnt. So hat sie zum Beispiel während einer ihrer langen Recherchearbeiten herausgefunden, dass Alexander der Große, der antike König von Makedonien, eine Heterochromie (zwei verschiedenfarbige Augen) hatte, und hat selbst dieses kleine Detail ebenfalls in ihre Arbeit einfließen lassen.

Saladin erwähnte in einem Interview, dass sie schon immer Schwierigkeiten hatte, ein richtiges Hobby zu finden, bei dem sie am Ball blieb. Das Neu Definieren von historischen Personen mache ihr aber so viel Spaß, und es wäre toll, endlich ein kreatives Ventil gefunden zu haben, dass offensichtlich viele Menschen begeistert. Es sei wirklich cool, ein Hobby gefunden zu haben, das ihre Leidenschaften für Kunst und Geschichte vereint.

König Tutankhamun

Becca nutzt wirklich jegliche Art von Quelle, die sie für ihre Arbeit finden kann. Internetrecherchen, Ausflüge in Büchereien und Archive sowie wissenschaftliche Veröffentlichungen gehören dazu genauso zu ihrem Repertoire wie weniger konventionelle Methoden.

Saladins Interpretation von König Tut, den wir oben auf dem Bild bestaunen können, basiert zum Beispiel auf der Arbeit der Gerichtsmedizinerin Elizabeth Daynes, die 2005 damit beauftragt wurde, das Aussehen von König Tut zu rekonstruieren. Tutankhamun war ein altägyptischer Pharao, der von etwa 1332 bis 1323 v. Chr. regierte. Erstmals bekannt wurde er 1922, wo Archäologen im Tal der Könige sein nahezu ungeplündertes Grab entdeckten.

Abraham Lincoln

Eines der bekanntesten Werke von Becca, das auch abseits von Instagram im Web viral ging ist die Neuinterpretation des berühmten amerikanischen Präsidenten Abraham Lincoln. Lincolns Präsidentschaft gilt als eine der bedeutendsten in der Geschichte der Vereinigten Staaten: Lincoln führte während seiner Amtszeit die Nordstaaten durch den Sezessionskrieg gegen die Südstaaten, um die Sklaverei in den USA ein für allemal abzuschaffen.

Unter seiner Regierung schlug das Land endgültig den Weg zum zentral regierten, modernen Industriestaat ein und schuf so die Basis für seinen Aufstieg zur Weltmacht im 20. Jahrhundert. Der moderne Lincoln von Becca sieht aber ganz und gar nicht aus wie ein Präsident, sondern wirkt mit dem schicken Schal und den zurückgegelten Haaren eher wie ein renommierter Theater- oder Filmschauspieler.

Jane Austen

Einige von Beccas anderen unglaublichen aktuellen Werken umfasst die britische Autorin Jane Austen. Die Werke der Autorin “Stolz und Vorurteil” und “Emma” machten Austen zu einer berühmten Schriftstellerin. Außerdem gehören gehören sie bis heute zu den Klassikern der englischen Literatur und sind jetzt wie damals immer noch von enormer Relevanz. In eine Zeit geboren, in der Frauen mit vielen Einschränkungen zu kämpfen hatten veröffentlichte Jane ihre Bücher zunächst anonym. Die Bücher trugen stets die Verfasserangabe „by a lady“, auch wenn die Identität der Autorin mit der Zeit immer mehr zu einem offenen Geheimnis wurde.

Auf Beccas Bild wirkt Jane wie eine moderne und emanzipierte Frau, die weiß sowohl mit ihrem Look als auch mit ihrem Wissen zu glänzen. Sicher hätte die berühmte britische Autorin nichts dagegen, so abgelichtet zu werden.

Julius Caesar

Auf dem Royalty Now TikTok-Account zeigte Becca uns jüngst sogar, wie Figuren wie Julius Caesar aussehen würden, wenn sie sich im Raum umsehen und ihre Mimik verändern! Ein wirklich schauriges aber auch unfassbar beeindruckendes Video. Beccas erste Version von Julius Caesar als Standbild ist dabei aber nicht weniger beeindruckend.

Der römische Staatsmann, Feldherr und Autor, der maßgeblich zum Ende der Römischen Republik und zu ihrer späteren Umwandlung in eine faktische Monokratie beitrug, wirkt in der Neuinterpretation und Modernisierung tatsächlich wie ein Staatsmann von Welt. Mit seiner gerunzelten Stirn und dem strengen Blick könnte er glatt einem James Bond Streifen als Bösewicht entsprungen sein, oder eben als moderner Diktator autokratisch über ein Land regieren.

Aristoteles

Aristoteles gehört zu den bekanntesten und einflussreichsten Philosophen und Naturforschern der Geschichte. Sein Lehrer war zwar der ebenfalls bekannte Platon, doch Aristoteles hat zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründet oder maßgeblich beeinflusst, darunter Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie, Logik, Biologie, Physik, Ethik, Staatstheorie und Dichtungstheorie.

Zwar sind die Schriften von Aristoteles weltweit bekannt und bilden in vielen Fällen den Grundstein für die Europäische und westliche Kultur, wie der große Dichter aber ausgesehen hat war zuvor nur durch antike Statuen oder Film- und Videospiel Interpretationen bekannt. Dank Becca wissen wir jetzt aber wie der große Mann ausgehen haben könnte und wie er heute im 21. Jahrhundert aussehen würde. Beccas Aristoteles könnte glatt als Modedesigner eines feschen New Yorker Uptown Viertels durchgehen.

Wolfgang Amadeus Mozart

Beccas Repertoire an berühmten historischen Persönlichkeiten könnte vielfältiger nicht sein. Von Politikern, über Dichter, Feldherren und Autoren lässt sie kein historisches Genre aus. Selbstverständlich macht sie deshalb auch nicht vor berühmten ehemaligen Musikern halt. Unter ihnen der vielleicht berühmteste Musiker und Komponist überhaupt Wolfgang Amadeus Mozart. Das umfangreiche musikalische Werk des Salzburgers genießt auch heute noch weltweite Popularität und gehört zu den Bedeutendsten Werken klassischer Musik.

Aber auch Beccas Version von Mozart muss sich nicht vor dem echten verstecken. Der Blondschopf rechts zu sehen würde sicherlich auch in der heutigen Musik-Welt Mädchen und Frauenherzen auf der ganzen Welt zum schmelzen bringen. Zwar würde er vielleicht keine klassischen Balladen am Klavier komponieren, den Look eines Popstars hätte er aber auch in Beccas Version alle male.

Ludwig Van Beethoven

Was wäre eine Rekonstruktion und Neuinterpretation von berühmten Komponisten und Musikern der Wiener Klassik-Ära ohne Ludwig Van Beethoven? Neben seinem Kollegen Wolfgang Amadeus zählt der in Bonn geborene Komponist zu den bekanntesten Vertretern der klassischen Musik. Er führte die Wiener Klassik zu ihrer höchsten Entwicklung und bereitete der Romantik den Weg.

Neben Mozart wird Beethoven zu den herausragendsten Komponisten der westlichen Musikgeschichte gezählt. In Beccas Neuinterpretation wirkt van Beethoven aber ganz und gar nicht wie ein begnadeter Musiker sondern viel eher wie ein knallharter Geschäftsmann oder Investmentbanker von der Wallstreet.

Jeanne d’Arc

Jeanne d’Arc wird in der römisch-katholischen Kirche als Jungfrau und Heilige verehrt. Grund dafür ist, dass die irgendwann um 1400 geborene Jeanne angeblich bereits als kleines Kind die Stimmen mehrerer christlicher Heiliger vernahm, unter anderem die des Erzengel Michaels. Die Stimmen sollen ihr befohlen haben, Frankreich vor der Invasion der Engländer im 100-Jährigen Krieg zu schützen. Nachdem sie dem französischen König Karl VII. zu einem Sieg über England verhalf wurde sie anschließend gefangen genommen, an die Engländer ausgeliefert und schließlich in einem kirchlichen Verfahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Später wurde Jeanne zur Märtyrerin erklärt und von verschiedenen Päpsten heilig gesprochen.

Beccas Jeanne sieht dabei überhaupt nicht so aus wie eine Märtyrerin oder eine Gottgesandte Kriegern, sondern viel eher wie eine ganz normale Frau mitten aus dem Leben. Sicherlich dachten das auch viele Menschen damals, die die Geschichten von Jeanne d’Arc hörten.

La Pola

Policarpa Salavarrieta auch genannt La Poca war eine Kolumbianische Revolutionsheldin. Mit 17 Jahren wurde La Pola zunächst Schneiderin, und hatte aufgrund ihres Berufes  Kontakt zur kolumbianischen Oberschicht sowie zu den politischen Zirkeln der kolumbianischen Patrioten, mit deren Sache sie sympathisierte. 1812 wurde sie von den Rebellen mit Spionage Aufgaben betraut, da sie durch ihre Tätigkeit bei den politischen Gegnern ein und aus gehen konnte, ohne Verdacht zu erregen. Im November 1817 wurde sie schließlich verhaftet und zusammen mit 7 weiteren Rebellen von den Spanischen Eroberern erschossen.

Beccas La Pola macht dabei mit der wilden Mähne einen ähnlich rebellischen Eindruck wie die echte Widerstandskämpferin. Würde La Pola heute leben würde sie sicher für Organisationen wie Fridays for Future oder Extinction Rebellion auf die Straße ziehen oder in irgendeiner anderen Weise aktivistisch tätig sein.

Noch bessere Ergebnisse durch AI

Seit Becca ihren Instagram Account vor einigen Jahren gestartet und damit ihr Projekt ins Leben gerufen hat, hat sie ihre Arbeit mittlerweile auf die nächste Stufe gehoben. Hat sie am Anfang noch alles per Hand in Photoshop gemacht und so bereits täuschend echte Ergebnisse erzielt, setzt die Designerin heute auf ganz andere Technologien.

Für ihre aktuellen Bilder habe sie angefangen, ein Bild-KI-Tool zu verwenden, um die Ergebnisse noch fotorealistischer aussehen zu lassen. Anschließend bearbeitet sie die Bilder in Photoshop weiter, ändert Dinge, die die KI eventuell falsch interpretiert hat oder ergänzt Kleinigkeiten die vom Algorithmus übersehen wurden, damit die Ergebnisse dem Ausgangsmaterial so ähnlich wie nur möglich sehen.

Fan Treue

Saladin – die mittlerweile  fast eine halbe Millionen Follower auf Instagram hat – sagt, dass sie ihre Motive unter anderem auswählt, indem sie ihre Follower fragt, wen sie als Nächstes verwandeln soll. Eine beliebte Anfrage war die nach dem mächtigen südafrikanischen König Shaka Zulu aus dem 19. Jahrhundert.

Shaka war einer der einflussreichsten Monarchen der Zulu, eine Monarchie im südlichen Afrika, die sich entlang der Küste des Indischen Ozeans vom Tugela-Fluss im Süden bis zum Pongola-Fluss im Norden erstreckte. Zulu hat das Zulu Königreich durch eine Reihe weitreichender und einflussreicher Reformen zu einer beeindruckenden Macht umgestaltet. Heute ist das Zulu Königreich ein Teil Südafrikas.

Beccas Lieblinge

Becca sagt, dass ihre Lieblingsbilder diejenigen sind, die den Charakter der historischen Person so genau einfangen wie möglich. “Elizabeth I., Königin von England und Irland und Vorfahrin von der aktuellen Queen Elizabeth II. ist ein großartiges Beispiel dafür. Das fertige Portrait wirkt so, als hätte man eine moderne und elegante britische Frau von heute vor sich stehen.

Mit den feuerroten Haaren und dem blassen Teint könnte Elizabeth I. so locker als international erfolgreiches Model oder als Schauspielerin durchgehen, die durch die Parks der wohlhabenden Viertel in London spaziert. Sicher hätte die einstige Queen nichts dagegen, so dargestellt zu werden, wenn sie heute noch leben würde.

Die Mona Lisa

Bisher haben wir uns überwiegend historisch Personen angesehen, die es tatsächlich gab, oder um es anders auszudrücken: Die Verwandlungen von Becca, die wir bisher gesehen haben galten Persönlichkeiten, von denen wir genau wissen, wer sie waren. Becca hörte da aber nicht einfach auf sondern versuchte sich auch an historischen Persönlichkeiten, deren Verbleib wir nicht kennen.

Eines dieser Projekte ist die Mona Lisa. Das bekannteste Gemälde schlechthin gemalt von keinem geringeren als Leonardo Da Vinci kennt wirklich jedes Kind, die Dame die an jenem Tag aber für Da Vinci Modell stand bleibt bis heute unbekannt. Becca ist es trotzdem gelungen, das historische Meisterwerk in die Moderne zu holen und dem wohl ältesten bekannten Modell einen Look zu verpassen, der perfekt ins 21. Jahrhundert passt.

Leonardo Da Vinci

Bis vor kurzem wagte Becca sich nicht an dem Versuch einer Modernisierung von Leonardo da Vinci, obwohl der berühmte Maler und Tüftler eigentlich das perfekte Motiv abgeben würde. Das körnige Selbstporträt links zu sehen ist nämlich das einzige zeitgenössische Abbild des italienischen Renaissance-Künstlers, mit dem sie arbeiten konnte. Über Da Vincis tatsächliches Aussehen gab es deshalb seit jeher viel Spekulationen und der Maler sieht von Medium zu Medium jedes mal ein bisschen anders aus.

Wie man aber sehen kann, ist es Becca mit ihrer neuen KI-Technologie und ihren über die Jahre immer besser werdenden Skills gelungen, Da Vinci wirklich zum Leben zu erwecken. Es ist wirklich verblüffend, denn mit seinem langen Bart und dem Rollkragenpulli könnte er so auch einem Hipster-Viertel in Berlin-Mitte entsprungen sein. Vielleicht waren die Künstler der Renaissance unseren zeitgenössischen Designern und Künstlern gar nicht so unähnlich?

Matau-Tatonka

Dank ihrer neuen KI-Technologie hat sich Becca jüngst auch erstmals an Persönlichkeiten gewagt, die sie sich zuvor nie traute anzugehen. In letzter Zeit ist sie vor allem dazu übergegangen, historische Figuren aus Kulturen zu modernisieren, an denen sie bisher nicht gearbeitet hatte. Neben Asiatischen Persönlichkeiten wie Dschingis Khan oder Personen mit Afrikanischer oder Polynesischer Herkunft, traut sich Saladin nun unter anderem auch an noch schwierigeren Rekonstruktionen von Ureinwohner-Stämmen aus dem Mittel-, Nord- und Südamerikanischen Raum.

Bei einem ihrer aktuelleren Projekten handelt es sich zum Beispiel um Matau-Tatonka, auch bekannt als Bull Bear, einem berühmten Häuptling des Oglala Sioux-Stammes, von dem es zuvor nur wenig optisches Material gab. Das meiste davon gezeichnete Portraits mit wenig Detailgrad. Dank Becca wissen wir aber nun auch, wie Menschen wie Matau heute aussehen würden!

Eine historische Welttournee

Seitdem sie sich das erste mal an ein so schwieriges Portrait wie das von Matau-Tatonka getraut, und damit ganz offensichtlich Erfolg hatte, hat Saladin beschlossen die Richtung ihres Projektes ein bisschen zu ändern und eine Weltreise der etwas anderen Art zu machen um zu beleuchten, wie eine neue Gruppe historischer Figuren aus aller Welt heute aussehen könnte.

So modernisierte sie zum Beispiel die ägyptische Königin Hatschepsut, die 1478 v. Chr. den ägyptischen Thron bestieg und als eine der erfolgreichsten Pharaonen der ägyptischen Geschichte gilt. Das Motiv für die Neuinterpretation? Der Kopf einer uralten Statue! Becca ist seitdem sie das Projekt startete wirklich über sich hinaus gewachsen, und nicht nur wir kriegen kaum genug von ihren Bildern!

Von Europa in die ganze Welt

Saladin erzählte in einem Interview, dass sie am Anfang viele europäische Figuren gezeichnet hatte und sich eher auf Persönlichkeiten der Amerikanischen und Europäischen Geschichte fokussierte, weil sie diese am besten kannte und sie ihr bereits seit dem Kindesalter vertraut waren.

Nachdem sie sich nun aber auch traut, historische Persönlichkeiten aus anderen Kulturräumen zu beleuchten, hat sich ihre Anhängerschaft rasend vergrößert. Das Beste daran neue Gefilde zu erforschen sei aber nicht der rasante Anstieg an Followerzahlen, sondern durch das zum Leben erwecken von historischen Figuren aus so vielen unterschiedlichen Kulturen, auch etwas über diese Kulturen zu lernen.

Auch schwierige Motive stellen kein Hindernis mehr da

Einige dieser neuen Porträts waren schwieriger zu realisieren als andere. Saladin selbst sagt, dass die Herausforderung bei der Gestaltung bestimmter Figuren in den Porträts selbst lag. Ihr Porträt der Königin Mutter Idia zum Beispiel war eine Herausforderung, weil es aus einer Maske entstanden ist. Königin Idia war eine große Kriegerin, die eine Schlüsselrolle beim Aufstieg und der Herrschaft ihres Sohnes Esigie spielte, der im 16. Jahrhundert König des Edo-Volkes war, das im heutigen Nigeria lebte.

Als sie anfing, diese Art von Kunst zu machen, dachte sie nicht, dass sie jemals gut genug sein würde, um etwas aus einer Maske zu machen, aber sie hat es schließlich einfach versucht und sei sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Mumtaz Mahal

Ihre moderne Neuinterpretation von Mumtaz Mahal – der Frau, für die das Taj Mahal gebaut wurde – war ebenfalls eine Herausforderung, weil sie auf einem sehr stilisierten Porträt basierte. Saladin gab in einem Interview bekannt, dass es sehr lange dauerte, bis sie endlich herausgefunden hat, wie man stilisierte Portraits in ein realistisches Porträt umwandeln kann. Viele Kulturen stellen ihre Anführer eher als stilisierte Persönlichkeit dar, anstatt als fotorealistisches Bild, was für Becca anfangs eine große Herausforderung war.

Mahal war von 1628 bis 1631 als Haupt-Gemahlin des Mogulkaisers Schah Jahan die Gemahlin des Mogulreiches. Sie war jedoch mehr als nur die Frau des Kaisers sondern war auch seine vertraute Beraterin in Staatsangelegenheiten und eine Förderin der Künste.

Simón Bolívar

Ein weiteres schwieriges Motiv, an das sich Becca zuvor nicht heran traute war das des Simón Bolívars. Sie schaffte es allerdings dank ihrer neuen Technologie und ausreichend Übung den legendären venezolanischen Führer, der Anfang des 19. Jahrhunderts einen Großteil des heutigen Südamerikas vom spanischen Imperium befreite, erfolgreich und fast eins zu eins ins Jahr 2020 zu befördern. Bolívar könnte in Saladins Version allerdings viel eher als Gründer eines Technologie Startups durchgehen als als Revolutionsführer und Freiheitskämpfer.

Zu seinen Lebzeiten führte der “El Libertador“ Unabhängigkeitskriege gegen die spanische Kolonialherrschaft in Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador. Auch in die Unabhängigkeit Prozesse in Peru und in Bolivien, das nach ihm benannt ist, griff er entscheidend ein. Dies machte ihn zum Nationalheld mehrerer südamerikanischer und karibischer Länder.

Pocahontas

Die Neuinterpretation von Pocahontas war das zweite mal, dass sich Rebecca an einer Amerikanischen Ureinwohnerin versucht hat, und das mit Erfolg! Pocahontas wurde von der Grafikerin in eine moderne Frau des 21. Jahrhunderts verwandelt, die so auch als Nachbarin von nebenan in einer amerikanischen Vorstadtsiedlung auftauchen könnte.

Die echte Pocahontas wurde irgendwann um 1595 als Tochter eines Indianerhäuptlings geboren und zur Vermittlerin zwischen den Stämmen der Virginia-Algonkin und den englischen Kolonisten gewählt. Die Geschichte Pocahontas’ wird bis heute benutzt, um den Mythos über die angeblich friedliche Besiedlung Nordamerikas durch die Europäer aufrecht zu erhalten. Bis heute wurde das Leben der Ureinwohnerin zahlreich adaptiert, die bekannteste Version ist  dabei sicherlich der Disney Animations Klassiker “Pocahontas”.

Königin Nzinga

Die Königin Nzinga war die Herrscherin der Königreiche Ndongo und Matamba, welche sich auf dem Gebiet des heutigen Angola. Nzinga stieg im 17. zur Macht auf und war eine unglaubliche Anführerin, der es durch geschickte Bündnisse und ihr Genie gelang, die Kolonialmacht der Portugiesen aus dem heutigen Angola zurückzudrängen. Noch heute gilt Nzinga bei den afrikanischen Völkern als Symbol für den Kampf um Freiheit und Unabhängigkeit.

Und auch Beccas Version von Nzinga strotzt nur so vor Mut, Selbstbewusstsein und Emanzipation. Beccas Version von Nzinga wäre im 21. Jahrhundert sicherlich eine nicht minder erfolgreiche und inspirierende Frau wie die echte Königin von Ndongo und Matamba.

Echnaton

Saladin ist stolz auf ihre neue Art von Kunst und glaubt, dass ihre aktuellen Bilder von höherer Qualität sind als ihre früheren Arbeiten. Das Bild oben zeigt die moderne Interpretation des Ägyptischen Königs Echnaton und stellt eines der aktuelleren Werke Beccas dar.

Echnaton war ein altägyptischer Pharao, der ca. 1353-1336 v. Chr. regierte. Der Herrscher setzte auf eine streng nach innen gerichtete Politik und reformierte die altägyptische Kunst. Echnaton erhob den Gott Aton in Gestalt der Sonnenscheibe zum Gott über alle Götter Ägyptens und weihte ihm seine neue Hauptstadt Achet-Aton. Echnatons englischer Name Akhenaten leitet sich von dieser Tatsache ab.

Es geht auch anders herum!

Mittlerweile ist Becca nicht nur mit “Royalty Now” auf Instagram vertreten, sondern hat ihr historisches “Medien-Imperium” schließlich über dutzende Plattformen ausgeweitet.  Becca ist also nicht nur auf Instagram zu finden, sondern auch auf Tiktok oder YouTube, wo sie runterbricht, wie sie die Menschen auf den historischen Portraits in moderne Menschen verwandelt. Außerdem hat das “Royalty Now” Projekt mittlerweile auch eine eigene Website, auf der man Becca beauftragen kann, moderne Fotos von sich selbst in historische zu verwandeln, wie auf dem Foto oben zu sehen.

Damit verschwimmen die Grenzen zwischen der Vergangenheit und der Moderne ganz klar, und ist es nicht cool zu sehen, wie man selbst vor 300, 500 oder sogar 1000 Jahren ausgesehen hätte? Sicherlich nicht nur für Geschichts-Nerds ein super einzigartiges Erlebnis.

Ein Social-Media Hit

Saladins stetig wachsende Instagram-Seite hat inzwischen über 500.000 Follower. Sie selbst glaubt, dass ihr Projekt deshalb so erfolgreich ist, weil ihre Arbeit den Nerv der Zeit trifft. Denn viele Menschen würden sich ein wenig von den statischen Porträts von früher, die uns tot in die Augen starren, entfremdet und distanziert fühlen. Es sei ein cooles Gefühl, diese uralten Portraits mit moderner Technik ein Stück weit zu vermenschlichen.

Geschichte sei laut Becca nicht nur eine Aneinanderreihung von Erzählungen, sondern beinhalte echte Menschen mit echten Gefühlen und Erfahrungen. Sicherlich bringt Beccas Arbeit den Menschen von heute ein Stück weit die Sorgen, Ängste und Gefühle ihrer Vorväter näher. Laut Saladin ist ist aber nicht alles so ernst. Letzten Endes sie froh, dass ihr Projekt etwas ist, das den Leuten Spaß macht.

Pläne für die Zukunft

Was die Zukunft angeht, freut sich Saladin darauf, ihre Arbeit auf noch mehr Kanälen zu zeigen und noch mehr Leute über einen diesen sehr unorthodoxen Weg für Geschichte zu begeistern. Derzeit arbeitet sie an einer Reihe neuer Produkte, die mit ihren ikonischsten Werken verziert werden sollen. Darunter Lesezeichen, T-shirts, Drucke und digitale Downloads. Daneben ist sie mittlerweile auch sehr stark auf auf TikTok ein Hit, wo sie ebenfalls eine riesen Fan Schare um sich versammelt und wo sie Videos macht, die den Umwandlungsprozess Schritt für Schritt zeigen.

Bei all dem Spaß, den die Designerin mit ihrer Arbeit hat und bei der Anzahl an Menschen, die sie mittlerweile nicht nur für ihr Projekt sondern auch für Geschichte selbst begeistern konnte, denkt Becca ganz sicher nicht ans aufhören. Wir sind schon heiß darauf zu sehen, welche coole Persönlichkeit sie als nächstes in die Moderne bringt, und wie sich ihre Skills in Zukunft entwickeln werden.